Hach – das waren noch Zeiten, als man das Rumgetatsche auf Bildschirmen als einzige Eingabemethode für Spiele noch vor wenigen Jahren, wenn nicht Monaten, seitens der beiden Big Player im Marktsegment der mobilen Spielekonsolen, namentlich Sony und Nintendo, gerade mal mit einem müden Lächeln bedacht hat. Heute dagegen sieht die Welt ganz anders aus: Sony und Nintendo wissen, dass der einst für sie so sichere Absatzmarkt langsam aber sicher von Smartphones und Tablets – insbesondere von denen mit einem Apfel hinten drauf – überrollt wird. Trotzdem schicken beide erneut einen Handheld ins Rennen: Nintendo 3DS und PlayStation Vita sollen das Ding richten. Doch wird dies erneut gelingen? Oder sind die goldenen Zeiten, insbesondere von Nintendo, schon lange abgelaufen?
Wer anfangs dachte, Nintendo setzt dieses Mal endlich wieder auf potente Hardware, musste früh feststellen, dass die Spiele ausreichend gut aussehen, aber kaum besser, als damals aktuelle Smartphone-Referenzen wie Infinity Blade oder Shadow Gun. Dafür gibt es nun 3D – wenn man nicht zu doll, besser gesagt gar nicht, mit dem Kopf hin- und herwackelt, was mir gerade bei einer mobilen Spielekonsole doch sehr ungünstig scheint. Dies scheint auch Nintendo selber gemerkt zu haben, so entwickelt man jetzt explizit Spiele ohne diese Funktion. Anbei bietet man neben dem klassischen Button-Layout auch ein Schiebepad, was das Steuerungserlebenis verbessern soll. Nintendos stärkstes Zugpferd ist – wie immer – das exklusive Spieleaufgebot. Wer hat nicht Lust auf Mario, Zelda, Samus und Co.? Mit dem Einkauf eines vorerst exklusiven Monster Hunter Teils, welches in Japan einen höheren Status genießt als hierzulande Call of Duty, sicherte man sich einen weiteren großen Pluspunkt, denn Japan ist und bleibt der wichtigste Markt für Handhelds. Bisher scheint das Konzept mehr oder weniger aufzugehen. Zwar musste man nach einem eher mäßigen Start eine drastische Preisreduzierung vornehmen, seit dem verkauft sich das Gerät aber entsprechend gut und reicht hier an den äußerst erfolgreichen Vorgänger Nintendo DS ran. Doch die Smartphone-Hersteller schlafen nicht. Im Jahresrhythmus, oder sogar schneller, kommen neue Hardware-Generationen auf den Markt, der 3DS muss rund 5-7 Jahre mit dieser Hardware auskommen. Wird das reichen?
Sony setzt bei der Vita, wie schon bereits bei der PSP, auf ein sogenanntes Hardware-Monster, was aktuelle Smartphones rein technisch in die Schranken verweist. Golden Abyss beweist dies eindrucksvoll. Neben OLED-Touchscreen und zwei Analogsticks hat man mit einem Touchpad auf der Rückseite des Geräts noch ein bis dato echtes Alleinstellungsmerkmal mit in den Karton gepackt. Sony hat mit Kratos, Nathan Drake und Ratchet, um nur einige zu nennen, ebenso ein paar interessante exklusive Argumente mit an Bord,
welche allerdings nicht an die Beliebtheit der Charaktere und Franchises von Nintendo heranreichen. Mit einem bereits bestätigten exklusiven Teil der Call of Duty-Reihe hat auch Sony auf sich aufmerksam gemacht. Da momentan kaum abzusehen ist, wann die Smartphone-Industrie mit dem Wettrüsten aufhört, muss man sich ebenfalls bei der Vita fragen, ob die Hardware-Power wirklich mehr als 5 Jahre durchhält. Besser aufgestellt als der 3DS ist die Sony-Konsole aber allemal. Zudem scheint man erkannt zu haben, dass die Leute, sofern die Preise stimmen, lieber auf einfache Downloads setzen – zumindest bei Smartphones und dem PC. So versprach erst kürzlich ein Pressesprecher Sonys, dass die digitalen Versionen der Spiele im US-Store bis zu 40% günstiger als im Einzelhandel sein sollen, und somit gerade mal um die 25 $ kosten werden. Und genau an diesem Punkt kommen die Smartphones ins Spiel.
25 $ respektive Euro und günstig? Da lacht der App Store-Kunde doch drüber! Hier hat sich mittlerweile 5,49 € für die umfangreicheren Spiele eingependelt und dies scheint dabei – zumindest für die größeren Studios – durchaus rentabel zu sein. Natürlich reichen diese lange nicht an den Umfang eins Zelda Remakes heran, aber will der gemeine Käufer Letzteres unterwegs überhaupt spielen? Wenn man aktuellen Umfragen aus den USA glauben schenken darf, wird unterwegs am liebsten mal eben schnell ein weiteres Angry Birds Level weitergespielt, bei längeren Wartezeiten kommen dann Kaliber wie Infinity Blade II zum Zug. Call of Duty, God of War und Gran Turismo spielt man lieber groß am heimischen Fernseher, einzig Mario hält dagegen wie ein Fels in der Brandung – der sympathische Klempner macht unterwegs sowie zu Hause gleichermaßen viel Spaß. Gerade Sony könnte dies Probleme bereiten. Eine abgespeckte Version eines im westlichen Markt erfolgreichen PS2/PS3-Titels für die PSP war hier meistens die Devise. In Japan dominiert man momentan noch immer mit Monster Hunter, aber ist dieser Markt groß genug, um auch den Westen, wo die PSP schon lange tot ist, mitzutragen? Obwohl Sony nach alten Maßstäben dieses Mal alles richtig gemacht hat, sieht es in meinen Augen trotzdem nicht gut aus. Apple hat es eben richtiger gemacht und deckt beide Zielgruppen mit ab.

Natürlich sprechen wir in diesem Fall von den sogenannten Casual-Gamern. Also den Gelegenheitsspielern, welche, zum Leidwesen vieler Spieleveteranen, den Großteil der Gamerschaft ausmachen. Die Core-Gamer, also jene, die exzessiv Spielen und dies zu ihrem Hobby gemacht haben, schwören allerdings weiterhin auf vernünftige Knöpfe unter ihren Fingern und wollen auch heute nicht auf einem Touchscreen rumwischen. Spiele entwickeln wird aber immer teurer: Nicht wenige Studios mussten in den letzten Jahren schließen, da eine halbe Millionen abgesetzte Exemplare des eigenen Erzeugnisses eben nicht mehr reichen, sofern man nicht einen großzügigen Publisher im Rücken hat, der weiterhin vertraut und investiert. Abseits des Mainstreams, und da werden auch irgendwann die Handhelds zu finden sein, wird es immer schwerer, einen Erfolg zu landen. Handhelds stehen schon lange nicht mehr auf dem Wunschzettel der Teenager, stattdessen finden sich dort iPad, iPod touch und iPhone wieder. Sie bieten einfach mehr, nicht nur fürs Geld. Der damalige westliche PSP-Käufer, im Durchschnitt 12 und männlich, verlangt nun nach iPod touch und iPhone. Der DS wird innerhalb Familien nun langsam aber sicher durch ein iPad ausgewechselt. Obwohl ich seit dem klassischen Game Boy bisher auf jedem Handheld einiges an Spielerfahrung sammeln konnte, locken mich die neuen Geräte nicht mehr hinter dem Ofen hervor. Kleine erschwingliche Spiele scheinen unterwegs eben mehr Spaß zu machen, besonders in einem funktionieren Ökosystem. So bleibt für mich abschließend nur noch die Frage offen, wann genau die Handhelds endgültig vom Markt verschwinden. In 2 Jahren? In 5 Jahren? In 10 Jahren? Sicher aber ist, dass die Smartphones und Tablets, insbesondere die von Apple, dafür verantwortlich sein werden. Ein Erfolg, auf den man stolz sein kann?

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7_Vitamine
06 Dezember 2011 um 18:03Bewerten:
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Habs nicht ganz durchgelesen, werds jedoch gleich machen, also, antwort zum titel, JA! :D
iMe
06 Dezember 2011 um 18:22Bewerten:
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Hmm, ich bin eigtl. ein casual gamer (naja, hab früher extrem viel Pokemon gespielt, aber ich glaube das kann man nicht werten), und besitze im Moment einen iPod touch, eine PSP und leihe mir gerne mal den DS von kumpels aus um darauf zu spielen. Die PSP nehme ich vor allem auf lange reisen mit, bzw wenn ich weiß das ich den ganzen Tag aus dem Haus seien werde, denn da reicht mir der iPod nicht: Er ist zwar lustig für zwischendurch aber die Spiele werden schnell langweilig. Besonders wegen dem “wegwerfgefühl” das man bei den iPod spielen hat: man lädt sie runter, spielt mal rein und öffnet sie mal im Zug wenn man Zeit hat -- worauf ich hinaus will ist, das ich 6 Seiten Apps besitze, aber davon vllt. 3 oder 4 stück wirklich spiele. Bei der PSP ist es anders, man kauft sich das Spiel für einen entsprechend hohen Preis (habe nur 2 die keine Essentials sind, also mehr als 9,99€ kosten), hat die Verpackung vor sich und die UMD die man einlegen muss. Man konzentriert sich eine Zeit lang nur auf dieses Spiel und will immer etwas weiterkommen. Fast alle PSP spiele sind auch umfangreicher als die fürn iPod…
Ich glaube meine Schilderungen waren etwas unübersichtlich, auf jeden Fall denke ich, dass weder Konsolen noch Datenträger für Spiele (UMDs, DS Cartridges…) aussterben werden weil es ein viel besseres Gefühl ist ein wirkliches “etwas” vor sich zu haben als virtuelle Knöpfe und einen virtuellen Einkaufsladen….
umut
06 Dezember 2011 um 18:24Bewerten:
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wie heißt das spiel auf dem iPod ??
Oli79
06 Dezember 2011 um 18:39Bewerten:
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Des müsste fast five sein ;)
soso
06 Dezember 2011 um 18:39Bewerten:
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Guter Beitrag, genau so denke ich auch. Wird sicherlich noch ein paar verzweifelte versuche von Sony und Nintendo geben, aber im Grossen und Ganzen haben sie den Kampf schon verloren. Wenn Sony die PS Vita vor ca. 2-3 Jahren rausgebracht hätte, wäre ich hin und weg gewesen, doch wie ich heute feststellen muss, ist mir ein minispiel unterwegs lieber, als so ein unhandliches Gerät bei mir zu haben, mit dem ich (glaub ich zumindest) nicht telefonieren kann. Apple und Android liegen da beide vorne, mal schauen was die Zukunft bringt…
Felix M.
06 Dezember 2011 um 18:45Bewerten:
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Guter Artikel, Frederic. Wirklich gut. :)
Bobn
06 Dezember 2011 um 19:30Bewerten:
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Hm, ich seh das ganze etwas differenzierter, ein VOllpreistitel bleibt ein Vollpreistitel, natürlich kann keine mobile Konsole gegen die 5-Minuten-Unterhaltung meiner iPhoneapps anstinken, möchte ich jedoch gemütlich auf der langen Zugfahrt eine geschichte erleben (Peace Walker und Crisis Core haben eindrucksvoll bewiesen, dass sowas geht!), inklusive der adäquaten Steuerung, so sind haptische Nubs einfach entspannter, als auf dem Touchscreen rumzufriemeln,
auch das mit den Handhelds (für mich insbesondere die PSP/Vita) der Markt für umfangreiche Spiele erhalten bleibt, solche gibt es nämlich kaum im Appstore…
Alik
06 Dezember 2011 um 19:36Bewerten:
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Glaube ich nicht. Smartphones sind zwar schön und gut aber man kann die Minispiele nicht mit richtigen Games vergleichen.
Timo M.
06 Dezember 2011 um 20:48Bewerten:
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Naja.. Richtige Spiele, wie zum Beispiel Sykrim oder Uncharted, spiele ich aber eher zuhause und dann kann ich auch zum Beispiel an die Playstation 3 gehen.
Für Unterwegs eignen sich Minispiele einfach besser, meiner Meinung nach.
tom
06 Dezember 2011 um 20:05Bewerten:
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Als ob iOS die einzige Gaming-Plattform wäre…
Grade Windows Phone 7 hat meiner Meinung nach großes Potential (wenn es sich mal etwas besser verkaufen würde, mal sehen, was die Zeit bringt).
Grade durch die Xbox Live-Anbindung hat man einen Vorteil.
micha
06 Dezember 2011 um 20:58Bewerten:
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Definitv einer der besten Artikel die je auf Apfeltech veröffentlicht worden sind. War objektiv und nicht emotional, gut recherchiert, logisch gegliedert, toll geschrieben und hat einfach Spass gemacht zu lesen. *ThumpsUp*
Frederic S.
06 Dezember 2011 um 22:11Bewerten:
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Vielen Dank! :)
Steffi
06 Dezember 2011 um 22:22Bewerten:
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Ich mag mein iPhone aber auf meinen 3ds will ich trotzdem nicht verzichten! Und ja verdammt ich will auch Zelda unterwegs zocken ^^
Mario
06 Dezember 2011 um 22:32Bewerten:
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Vor dem IPhone war meine PSP immer geladen und bereit für ein neues Spiel aber heute verstaubt die PSP.
Warum ?
Ganz einfach .. wenn mir fad ist gehe ich online in FaceBook, Skype oder starte WhatsApp oder sehe mir YouTube Videos an etc.
Ich spiele fast gar keine Games mehr ausser auf der PS3 @ Home!!
Tom
06 Dezember 2011 um 23:58Bewerten:
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Aha, werden Beiträge mit Kritik also einfach so gelöscht?
Gut zu wissen…
Frederic S.
07 Dezember 2011 um 14:31Bewerten:
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Tut uns leid, natürlich wird Kritik nicht einfach gelöscht, da waren einige Kommentare nur unbeabsichtigt im Spam gelandet ;)
Orroro
07 Dezember 2011 um 5:09Bewerten:
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Ja so wird es sein. Das Smartphone wird auf dauer die PSP und den NDS oder 3DS verdrängen. Es fängt ja schon an am kleinsten ein Gerät zum Telefonieren und zum Zocken. Sony und Nintendo haben die Möglichkeit ein Zockerphone zuentwicken wie ein echtes PSPphone da würden sie auf jeden wieder ne Chance haben
bigbamboo
07 Dezember 2011 um 6:53Bewerten:
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Toller Artikel…
Da ich definitiv aus der Nintendo-Generation, oder fast noch davor entstamme, aber nie so ein Ding sei es von Sony oder Nintendo als mobile Version besessen habe, hat sich für mich durch iPhone iPad und Co eine andere Situation ergeben -- erst diese Geräte brachten mich zum mobilen zocken !
Sebastian
07 Dezember 2011 um 7:44Bewerten:
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Erstmal ist zu sagen, dass der Artikel total gelungen ist. Ich persönlich habe mir zu Weihnachte letztes Jahr die PS3 gewünscht und bekommen. 1/4 Jahr später stand ein iPad auf der Geburtstagsliste. Ich gebe denn ganzen Spielekonsole noch 2-3 Jahren. Dann ist der Zeitpunkt erreicht, wo die Smartphones viel mehr können werden als eine PSP oder ein DS.
Crank
07 Dezember 2011 um 11:36Bewerten:
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Zum Spielen sind Konsolen besser als Handys. Schon allein die Steuerung. Beim Handy drückt man auf dem Display rum und kann kaum noch was sehen. Und die Spiele sind viel umfangreicher. Handys sind nur gut für kleine schnelle Spiele zwischendurch. Eine Konsole ersetzen sie bisher nicht.
arthurspooner
07 Dezember 2011 um 17:35Bewerten:
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also auch ich bin seit meiner psone begeisterter zocker. hatte schon die ps2, xbox, wii, xbox 360, psp, pspgo, ds, 3ds und aktuell nur noch die ps3. besitze als handy ein iphone 4 und ich hab viel mehr spiele drauf und viel mehr zeit mit spielen verbracht als mit meiner psp, ds, 3ds zusammen obwohl ich es nur zum telefonieren/surfen gekauft hab. das ist auch der grund warum ich meine ganzen handhelds verkauft habe. angry birds, cut the rope, nba jam und der ganze rest auf dem iphone bietet spielspaß pur. werd wohl nie wieder einen handheld kaufen, lediglich eine stationäre konsole wie die ps4 wenn sie erscheint. denn das kann kein ipad/iphone/android gerät schlagen
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