Nachdem OS X Lion vor knapp drei Wochen in die Wildnis freigelassen wurde und ich es bereits geschätzte zwei Sekunden nach dem Release installiert habe, wird es Zeit für ein kleines Résumé, welches in meinem Fall sparsam mit Lob umgeht. Als stark antizipierter Nachfolger des äußerst erfolgreichen Mac OS X 10.6 prahlte Lion auf dem “Back to the Mac”-Event im Oktober 2010 mit von iOS bekannten und populären Features, die nun auf Apples Desktopplattform portiert wurden. Das Launchpad wurde als revolutionärer Weg zum Starten von Apps tituliert und alles andere war sowieso in irgendeiner Art und Weise total schnieke – wie man es von den “Stevenotes” gewohnt ist. Ein überarbeitetes Window-Chrome, also das Design der Fenster, und das durch Mission Control ersetzte Exposé runden die Neuerungen ab.
Nun sind manche Dinge tatsächlich ganz hübsch anzusehen, jedoch läuft unter der Haube einiges schief. Technisch gesehen ist Lion kein wirkliches Wunderwerk. Spotlight wurde von Grund auf neu geschrieben, zeigt aber im Alltagsgebrauch keine erkennbaren Leistungsverbesserungen, iTunes’ 64-bit-Modus (welcher streng genommen noch nicht einmal Teil des umfangreichen Systemupdates war) ist nur bei mittlerweile relativ seltenen CD-Importen nützlich. AirDrop ist einfach nur das alte File Sharing im neuen Kostüm.
Design
Das neue Design von iCal ist meiner Meinung nach schlichtweg hässlich und entbehrt jeglicher Grundlagen, die durch Apples von User-Experience-Experten hoch geschätzte Human Interface Guidelines (ein Regelwerk, welches diverse vernünftige Designgrundsätze für Desktop- und iOS-Anwendungen beschreibt) geprägt wurden. Das Adressbuch ist zwar ästhetisch wesentlich besser gelungen, ist jedoch genauso weit von den beschriebenen Human Interface Guidelines entfernt wie iCal. Klar, das macht das Ganze auf irgendeine Art und Weise benutzerfreundlich, weil Neueinsteiger oder Umsteiger Texturen und Formen der Anwendungen mit den Äquivalenten aus dem echten Leben assoziieren, zerstört jedoch jegliche Kontinuität, die man von Apples Designern jahrelang gewohnt war.
Zur Abwechslung muss ich zugeben, dass die neue Mail.app schlichtweg Spaß macht und Drittanbieterdienste wie Gmail, Yahoo Mail oder Exchange problemlos in wenigen Schritten eingerichtet und integriert sind, was unter Snow Leopard teilweise noch Probleme bereitet hatte. E-Mail-Konversationen lassen sich übersichtlich und dank wunderbar gelungenen Animationen gut betrachten – dies macht Mail.app für mich zu einem Sparrow-Killer.
FileVault
Eine weitere gute Sache ist das verbesserte FileVault, welches Full Disk Encryption erlaubt. Endlich kann man ganze Festplatten auf eine gewohnt unkomplizierte Weise verschlüsseln, was vor allem mobilen Macs und deren Nutzern zugute kommt. Zudem kann man Time Machine-Backups verschlüsseln, was bei einem Diebstahl der externen Festplatte die Privatsphäre schützt.
Vollbildschirm, Launchpad: fehl am Platz
Was bei MacBooks nützlich ist, aber bei “großen” Macs und Apple Cinema Displays bzw. Thunderbolt Displays unglaublich überflüssig ist, nennt sich “Vollbildschirmmodus”. Als Besitzer eines 27” iMacs finde ich es schon fast nervig, so viel ungenutzte Fläche auf dem Bildschirm zu haben. Vollbildschirm lohnt sich bei Normalanwendern von iMacs (ja, auch bei den “kleinen” 21,5”-Modellen) nur zum Filme schauen, Fotos bearbeiten und ggf. fürs Gaming. Ich finde iTunes im Vollbildschirmmodus vollkommen absurd, da ich in der Listenansicht niemals so viele Spalten einblenden würde, als dass diese den gesamten Bildschirm ausfüllten. Tausende Albumcover möchte ich auch nicht auf einmal sehen – dies alles führt einfach nur zu einem maßlosen Informations-Overflow. iPhoto, iMovie und QuickTime sind in diesem Falle noch die Vorzeigebeispiele, bei denen das System tatsächlich funktioniert.
Die nächste unnötige Neuerung ist das Launchpad: hätte sich Apple ausreichend über bereits existierende Anwendungslauncher informiert, so wäre Launchpad gar nicht erst entstanden. Alles erweckt hier wieder den Eindruck, als wolle Apple sich technisch wenig versierten Verbrauchern nähern, indem Anwendungen extrem leicht zugänglich gemacht werden. Alle Apps auf einen Blick dargestellt zu bekommen anstelle der bisher üblichen Suche im Finder ist irgendwie bequemer; das geht jedoch nur für eine gewisse Zeit nach einem Clean Install gut – hortet man mehr als 50 Apps, so wird der Spaß ganz schnell unübersichtlich. Hier half es zumindest mir, Launchpad aus dem Dock zu verbannen und meinen gewohnten Launcher Alfred.app weiterzuverwenden. Wer zum Starten von Anwendungen keine zusätzliche App im Hintergrund laufen lassen möchte, sollte auf das gute alte Spotlight zurückgreifen. Einfach einen Teil des Anwendungsnamens in das Suchfeld eingeben, das Ergebnis mit Pfeiltasten auswählen, Enter. Funktioniert besser und schneller als Launchpad und man muss nicht mit der Maus herumfuchteln.
Quick Look
Dies ist jedoch alles irgendwie subjektiv; es sei jedem von euch überlassen, den Lieblings-Anwendungslauncher zu finden. Was keineswegs subjektiv und umso weniger akzeptabel ist, ist das neue Quick Look. Am Design habe ich hier nichts auszusetzen, da sich das neue helle Aussehen wesentlich besser als das alte, graue Overlay in die Benutzeroberfläche integriert. Die Umsetzung von Quick Look ist allerdings traurigerweise überhaupt nicht gelungen: viele Nutzer, unter anderem ich, berichten von unverhältnismäßig langen Ladezeiten für die sonst so schnelle Vorschau von Dateien im Finder, der außerdem auch gerne mal einfach so abstürzt. Quick Look braucht teilweise bis zu einer halben Minute, um Musikdateien und Bilder anzuzeigen – dieser Zustand ist untragbar und widerspricht dem Namen des Features. Schnelles Durchblättern von Dateien adé. Dies gilt auch für kurze Audioclips aller Formate – als elektronische Musik produzierender Mensch musste ich feststellen, dass manche Samples in Quick Look mit einer langen Verzögerung oder teils einfach gar nicht wiedergegeben werden. Sich auf diese Weise ein Drumset in Ableton zusammenzubauen kommt momentan nicht in Frage. Hier bleibt nichts anderes übrig, als auf ein Update seitens Apple zu warten. Caches und Plugins sind an diesem Problem nicht schuld.
Safari 5.1 hat jetzt eine Leseliste und eine hübsche Downloads-Ansicht, dreht jedoch bei einigen Webfonts vollkommen durch und ersetzt Text durch spezielle Block-A-Zeichen, was ganze Websites unlesbar machen kann. Fontcaches leeren soll Abhilfe schaffen, jedoch erscheint das Problem zumindest auf meinem iMac schätzungsweise jede Woche aufs Neue.
Wer mehrere Bildschirme mit seinem Mac nutzt, bekommt unter OS X Lion vermutlich gelegentlich Glitches zu spüren, bei denen Fenster mal gerne unerwarteterweise auf dem anderen Bildschirm landen. Mission Control ist laut diversen ausführlichen Berichten schlichtweg noch nicht ausgereift; mit gleichzeitig offenen Fullscreen-Apps entsteht bei eingefleischten Spaces-Usern zusätzlicherweise Verwirrung.
Fazit
Viele Anwendungen sind nach diesen drei Wochen immer noch nicht mit Lion kompatibel; sie verhalten sich teilweise merkwürdig und manche davon stürzen einfach nur ab. Vor allem bei Paid Apps kann man vom Entwickler guten Gewissens entsprechende Updates erwarten, zumal OS X Lion schon lange vor dem Release als Betaversion für ebendiesen Zweck des Fehlerbehebens verfügbar war. Für jene unter euch, die bereits auf Lion umgestiegen sind, empfehle ich AppFresh, eine derzeit kostenlose Anwendung, die für alle installierten Drittanbieteranwendungen automatisch nach Updates sucht und diese installiert. Wer sichergehen möchte, dass seine installierten Apps fehlerfrei unter OS X Lion laufen, sollte RoaringApps.com überprüfen – diese Seite bietet eine umfangreiche, nach Wiki-Vorbild editierbare Liste mit Details zur Kompatibilität.
Ich bereue es, nicht auf OS X 10.7.1 gewartet zu haben. Bis zum Update muss ich mich wohl noch mit den Macken von Lion herumschlagen – bei all dem Hype und der guten Resonanz über die Betaversion hätte ich mehr Qualität seitens Apple erwartet. Der Preis von Lion ist nach wie vor unschlagbar, aber das Upgrade kann warten. Wirklich. Brotip.



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David R.
10 August 2011 um 15:59Bewerten:
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Ich finde Apple hat mit Lion z. T. seinen Stil zerstört, welcher durch langsame und fehlerhafte Darstellung beeinträchtigt wird! Allein das Launcher nur ruckelt und fehlerhafte App Icons darstellt ärgert mich tierisch…
Steve Mops
10 August 2011 um 16:03Bewerten:
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Also ich finde, dass Apple bei Lion alles richtig gemacht hat. Ich hatte noch keine Bugs gefunden und finde, dass es das beste Mac OS X ist!
dlindenkreuz
10 August 2011 um 16:24Bewerten:
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Apple hätte Usern die Möglichkeit lassen müssen, einen Clean Install auszuführen. Mit den ganzen Plugins, Kernel Extensions etc., die beim Upgrade von Snow Leopard übrig bleiben, sind Probleme quasi vorprogrammiert. Ich habe diese Plugins nachträglich reihenweise deaktiviert, um Glitches zu reduzieren, aber ohne Erfolg. Irgendwo steckt da noch der Wurm drin.
Jojo
10 August 2011 um 16:36Bewerten:
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Hoffentlich wird Apple Software technisch nicht total abfallen.
Leider hat man schon bei Final Cut pro x gesehen, dass Apple viele Funktionen weglässt.
Es ist zwar schön und gut, dass Apple so benutzerfreundlich ist, doch die Funktionalität sollte nicht darunter leiden.
Apple steht ja eig für 1A Qualität und ich hoffe das bleibt so.
Florian
10 August 2011 um 18:26Bewerten:
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Wo leidet denn Funktionalität in Lion? Ist doch toll, wenn Apple Lion benutzerfreundlicher macht und sogar unzählige neue Features hinzufügt…
Nur weil einem das Design in zwei Apps nicht gefällt, muss man es nicht gleich schlecht finden… Nur weil man das eine oder andere Feature nicht braucht, auch nicht…
Und Bugs waren schon immer in einer X.0er da… Unter Snow Leopard war das sogar für einige noch viel schlimmer.
Zu Final Cut Pro X: Benutzt du es selber häufiger? Wenn ja, dann wüsstest du, wie viel schneller man mit dem neuen arbeiten kann. Man muss sich stark umgewöhnen (und die meisten Kritiker mögen keine Umgewöhnung, also kritisieren sie), aber dann ist alles viel schneller.
Und bei so vielen Veränderungen, ich meine sie haben drei unglaublich große Apps komplett neu geschrieben, da ist es normal, dass noch nicht alle Features eingebaut sind. Natürlich hätten sie noch einem Jahr auf den Release warten können, aber irgendwann müssen/wollen sie Final Cut auch mal releasen. – Leute die sich beschweren das Feature a oder o fehlt, die können doch noch so lange Final Cut 7 benutzen -.- – Aber es ist doch toll, dass Apple allen anderen schon jetzt die Möglichkeit gibt, eine so wahnsinnig tolle Software zu benutzen…
Und ich habe damit schon einen Kurzfilm geschnitten :) Ein Traum, im Gegensatz zu vorher ;)
Hannes
10 August 2011 um 16:54Bewerten:
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Stimme dir bis auf ein paar Kleinigkeiten voll und ganz zu:
iTunes im 64-bit Modus hat für mich einen extremen Geschwindigkeitsboost gebracht. Oder im alten 32bit iTunes versucht eine mehrere 100Gb Mediathek zu öffnen? Hat nach dem Start selbst auf meinem top-of-the-line 15 Zoll Macbook von 2011 über eine Minute gebraucht bis es benützbar wurde, weil es eingefroren ist.
Aber wie gesqgt ansonsten stimme ich dir voll und ganz zu. Launchpad und Mail benütze ich zwar nie, Vollbild ist am Macbook aber in manchen Situationen ganz praktisch.
sebietter
10 August 2011 um 17:25Bewerten:
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Also ich muss sagen, ich bin begeistert von Lion! Das Launchpad brauche ich zwar nicht, aber auf meinem 13 Zoll MacBook sind die Fullscreen-Apps ein echter Gewinn und machen das Arbeiten um einiges leichter! Zudem habe ich bis vor kurzem Spaces gehasst, konnte damit nicht arbeiten. Mit Mission Control wirde dies in meinem Auge um einiges vereinfacht und nun liebe ich es! QuickLook funktioniert bei mir eigentlichohne Probleme und teilweise gar schneller als unter Snow Leopard!
Akenlader
10 August 2011 um 17:44Bewerten:
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Echt nice geschrieben für dein alter. gewählt ausdrückt. hat spaß gemacht zu lesen und du hast mcih überzeugt mir erstmal nicht Lion zuzulegen. Warten lohnt sich in meisten fällen ja doch immer.
netsurfer912
10 August 2011 um 20:58Bewerten:
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Gut für… ist fies. Es ist einfach gut.
Florian
10 August 2011 um 18:20Bewerten:
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Hm, kann dir leider nicht zustimmen.
Nur weil du Fullscreen für große Monitore überflüssig findest, ist es deswegen nicht gleich ein schlechtes, allgemein überflüssiges Feature. – Ich finde es ziemlich genial und benutze es jeden Tag. Gerade zum Programmieren kann ich mir auf meinem Air nichts anderes vorstellen. Aber auch auf meinem 27″ iMac benutze ich die Fullscreen-Apps. So habe ich z.b. iTunes immer als Fullscreen-App offen, so dass das Fenster nicht mehr im Weg ist, ich mit einem Swipe zur App die Musik übersichtlich wechseln kann, um dann wieder zurück zu swipen und weiter zu arbeiten.
Quicklook scheint wohl bei einigen langsam. Bei mir ist es aber sogar noch schneller als vorher. Ist wohl wirklich ein Bug.
Launchpad ist auch genial. Manchmal fällt mir der Name einer App nicht mehr ein (:D), weil ich sie so selten benutze und dann kann ich halt schnell Launchpad öffnen. Ich finde es sehr toll und für Leute, die mit dem Finder/Dock, etc. gar nicht klar kommen, ist es sogar noch besser. (und da gibt es einige…mein Vater z.b.).
Zum Design: Ja, es lässt sich darüber streiten. Ich finde es schön.
Airdrop ist eben nicht nur ein neu verpacktes File Sharing… Konntest du vorher ohne gemeines Wlan Dateien sharen? War es vorher so einfach? Außerdem musste man vorher immer das File-Sharing anschalten, die Ordner auswählen, Nutzer hinzufügen usw…
Großartige Features wie Versions (du als Schreiber müsstest es doch lieben), Auto Save usw. lässt du komplett außer acht… Und die sind wirklich wichtig und genial. Das macht das Arbeiten komplett anders…
Dennis
10 August 2011 um 20:03Bewerten:
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Könnte mir bitte mal jemand erklären was “Window-Chrome” ist ? Meint ihr “Windows Aero” oder “Google Chrome” ?
MfG
Dennis
dlindenkreuz
10 August 2011 um 20:17Bewerten:
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Weder noch. “Ein überarbeitetes Window-Chrome, also das Design der Fenster”.
Dennis
10 August 2011 um 20:19Bewerten:
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Oh, ich könnte schwören da war ein “s” :D
Tschuldigung :P
netsurfer912
10 August 2011 um 20:59Bewerten:
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Kein Problem :D
Patrick
10 August 2011 um 21:00Bewerten:
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Halbe Minute für Quicklook? Bei mir gehts schneller als zuvor und ich besitze den iMac late 2008. Sorry aber irgendwas hast du falsch gemacht.
Clean Install ist Pflicht!
Das einzige was mich auch stört ist LaunchPad. Die alten Spaces sind jetzt Geschichte :(
i0sen
10 August 2011 um 21:31Bewerten:
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Off-Topic (sorry :-) Wen\’s interessiert :
iPhone 5 leaked (oder fake) Website
http://www.youtube.com/watch?v=jxYnuHX3LCI
David
11 August 2011 um 9:45Bewerten:
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Also..
Das neue Design finde ich ganz nett, auch wenn es ziemlich Grau gehalten wurde…
Und ja die Kalender und Adressbuch-apps sind übertrieben und zu verspielt designed.
Das neue Mail, ja auf iOS mag ich die Konversationsansicht eigentlich, aber mit sehr großen Konversationen (zb 100 Mails in so einer, und in jeder Mail dann natürlich noch die Zitate….) kommt es einfach nicht klar!
Die App wird laaaangsam und sehr träge, kein Wunder wenn die Aktivitätsanzeige sagt dass Mail schon 2,5GB (!) RAM belegt
Ich hab die eine-mail-nach-der-andren – Ansicht wieder drinnen, so rennt das schön flüssig und rund und ich mag es auch so mehr als die alte Mail-App :-)
Vollbildschirm.. da kann ich was zu sagen:
Ich bin Besitzer eines 27″ iMacs und eines 13″ Macbooks, da merkt man den Unterschied deutlich.
am iMac nehm ich nie mehr als einen Desktop her und auch keine Vollbild-Programme, bzw das Quicktime hatte früher schon Vollbild drauf, das ist keine 10.7 Neuerung!
am Macbook arbeite ich oft mit 2-3 virtuellen Desktops, und verwende Safari und Mail im Vollbild, da macht Mission Control einfach richtig Spaß! :-)
Das Launchpad, ja ich finde es echt einfach nur sinnlos, das hoch gepriesene neue Feature von Lion.
Ich nehme nach wie vor eine Kombination aus Dock und Spotlight für das Starten von Programmen her, es geht so einfach am noch besten ;-)
Das neue Quicklook, da muss ich dir total widersprechen, ist für mich ein durchschlagender Erfolg.
Über das Design kann man bekanntlich streiten, aber darum geht es mir nicht…
Kennst du das, wenn man einen Ordner voller Bilder hat und man schaut sie mit der Quicklook durch?
Früher hattest ein Hochformats-Bild geöffnet, und dann auf ein Querformat-Bild weitergeschaltet und was passiert?
Früher wurde das Querformats-Bild in das Hochformats-Quicklook-Fenster gepresst, und heute passt sich das Fenster dem neuen Objekt an ;-)
Oder bei Filmen, man sieht sich ein Video an, und nach 2 Minuten kommt man drauf man will es in QT weitersehen, da gibts einen Button der den Film in QT öffnet und genau an die stelle führt wo man in Quicklook war, früher durfte man das von Hand dann suchen ;-)
Auch deine Performance Probleme kann ich nicht bestätigen, bei mir läuft das alles superschnell wie immer…
(Bin aber auch SSD-Nutzer, was andres kommt mir nicht mehr in den Mac ;-) )
Was das Safari angeht:
Die neue Downloads-Ansicht mag ich, diese Lese-Liste hab ich mir noch nicht mal angesehen, Fullscreen auf Macbook -> Daumen hoch, Fullscreen am iMac -> Daumen runter
Alles in allem, finde ich es ist noch nicht ausgereift, sowohl vom Konzept als auch von der Programmierung…
Da müssen noch einige Bugs behoben werden, aber auch erkannt werden, dass Dinge wie das Launchpad am Mac nicht sinnvoll sind…
bedevalle
16 August 2011 um 0:02Bewerten:
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Da ich ich schon seit 10 Jahren beruflich mit Macs arbeite, konnte ich die Entwicklung der gesamten OSX-Familie miterleben und bisher konnte ich im Gesamtresümee stets wirklichen Gewinn feststellen – mein Fazit beim Lion: ich werde downgraden
nachdem ich mir gerade einen nagelneuen Mac Pro zugelegt habe, war da der Lion vorinstalliert und ich dachte, ich probier den jetzt mal aus – mit dem technischen Erfolg, dass sich kein einziges PowerPC-Programm (z.B. die gesamte Adobe Creative Suite inclusive so wichtigen Produkten wie Photoshop und Dreamweaver) installieren lässt, mit der lapidaren Meldung, dass dies auf diesem Betriebssystem “nicht mehr möglich” ist-
– leider nicht “noch nicht”, was eher darauf schließen lässt, dass man die professionellen Bild- und Webprogramme von Adobe tatsächlich ausbooten will, wovon ja immer wieder gemunkelt wird.
Vom neuen FinalCut Pro X habe ich nach einer Lektüre der Aufzählung der features, die fallen gelassen wurden, sofort die Finger gelassen: es mag ja alles sehr schnell gehen, aber für eine wirklich professionelle Medienausgabe, die z.B. auch für Kinoprojektionen tauglich sein soll, ist das vollkommen unbrauchbar.
Es ist schlicht und einfach ärgerlich, dass Entscheidungen für mehr “Massenkompatibilität” (die im Prinzip ja völlig okay sind und Apple mit IPhone, Ipod etc. in den letzten Jahren offensichtlich die Vormachtstellung an der IT- Börse verschafft haben), weiterhin als “DIE professionellen Lösungen” angeboten werden.
Wenn elementare professionelle Grafik- und Designprogramme auf einer Oberfläche nicht anwendbar sind und der Videosoftware plötzlich die Features zur High End – Ausgabe fehlen, dann fällt das eher unter Consumer-Produkte und sollte auch so deklariert werden.
Zurück zum Leo:
die Spaces waren für meine Arbeitsweise funktioneller als die Mission Control,
dazu kommt die Optik der Control mit dem eigenartig geraffelten Grau – das erinnert mich an triste Laminat-Schneidebretter aus den 70er-Jahren; da gab es immer eine “bunte” Seite und eine eintönige Rückseite in einem Grau, das grafisch ziemlich ähnlich dem “neuen Apple-Grau” aufgebaut war, nur etwas heller. Der Anblick lässt meine Laune in langen Arbeitssessions ziemlich in den Keller sinken.
Das Design von ICal und Adressbuch ebenso – was hat (noch dazu biederer) Ledertouch mit digitalen Tools zu schaffen? Da wurden die primären Regeln von Funktion und Design missachtet. Ein digitales Adressbuch ist nun mal kein Buch – warum muss es dann so aussehen?
Wär ja auch okay, wenn als Alternative die frühere Design-Version darstellbar wäre..
Launchpad finde ich bis jetzt nett und – noch – übersichtlich; ich habe ja aus schon erwähnten Gründen bisher kaum Programme auf meinem neuen Mac. Allerdings hatte ich auch sonst nie Probleme beim schnellen Zugriff auf meine Programme.
Das alles ist ist für mich Grund genug, jetzt mal zu SL zurück zu kehren und auf jeden Fall zunächst oder auch noch sehr lange auf Lion zu verzichten und Alternativen zu OSX, FinalCut (und Nachfolgern) zu überlegen, falls der für mich unerfreuliche, weil vor allem unbrauchbare Trend anhält.
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