Innerhalb kürzester Zeit veröffentlichte die Spieleschmiede Gameloft mit dem Agenten-Thriller Silent Ops nun schon den dritten Titel. Ob die Quantität aber auch der Qualität Abbruch tut, wie es leider so oft ist, erfahrt ihr genau hier!
Story und Atmosphäre
Zu Beginn des Spiels, welches in der nahen Zukunft handelt, wird der Spieler etwas ins kalte Wasser geschmissen. Ein Unbekannter versucht, einem anderen Unbekannten mit einem technisch verkabelten Stuhl Erinnerungen zu entlocken. Kenner von Assassins Creed dürften mit diesem Prinzip vertraut sein, in Silent Ops passiert dies aber nicht auf freiwilliger Basis. Warum, verrate ich an dieser Stelle natürlich nicht, denn sonst hättet ihr schließlich selbst nichts vom Spiel. Das ganze Spiel besteht also hauptsächlich aus Flashbacks, was den Vorteil hat, dass ihr innerhalb der Geschichte drei verschiedene Agenten aus der dritten Person spielt, welche zusammen ein breites Feld an Möglichkeiten ergeben: Nahkampf, Scharfschützen-Missionen, Fahrzeugsteuerung; hier ist alles dabei. Auch an Schauplätzen mangelt es dank der Thematik nicht, was für viel Abwechslung sorgen kann.
Insgesamt wirkt vieles aber leider doch sehr gestellt, was vor allem an dem nicht vorhandenen Tiefgang liegen könnte. Mit nur 7 Missionen und, je nach Schwierigkeitsgrad, 2-3 Stunden Spielzeit kommt das Ende doch sehr überraschend und schnell.
Gameplay und Steuerung
Einer der größten Kritikpunkte dürfte wohl die Steuerung sein. Für Gyroskop-Liebhaber gibt es hier leider keine Option, mittels des schlauen Bewegungssensors zu steuern. Wohl auch aus diesem Grund setzt man bei Silent Ops auf eine sehr starke Zielhilfe, die nicht jedem gefallen dürfte. Ohne Anvisieren zielt der jeweilige Charakter direkt auf Gegner die in der nähe Stehen, ohne das der Spieler etwas anderes außer den virtuellen Abzug drücken muss. Auch der Rest der Steuerung ist nicht wirklich gelungen. Während das Laufen noch relativ gut funktioniert, frustriert spätestens das nicht wirklich durchdachte Deckungssystem und die hakelige Kamerasteuerung. Auch die Gegner sind leider etwas sehr naiv ausgefallen. Statt die Waffe zu benutzen, wird ab zwei Meter Entfernung zum Feind einfach drauf los gestürmt um einen Nahkampf zu erzwingen, welchen der Spieler durch simples Button-Smashing leicht gewinnen kann.
Wie schon erwähnt, gibt es allerdings ein breites Feld an Aufgaben, was den immer wieder aufkommenden Frust schnell besänftigen kann. Aufgrund der insgesamt misslungenen Steuerung macht das Spiel an vielen Stellen aber einfach keinen Spaß, obwohl das Drumherum eigentlich stimmt.
Multiplayer
Ein Multiplayer wird auch hier geboten. Wer nun aber denkt, dass dieser den Gesamteindruck hebt, irrt gewaltig. Schon beim Matchmaking treten oft Probleme auf und es kann manchmal etwas länger dauern, bis man tatsächlich spielen kann. Wenn dies dann endlich der Fall ist, kann man, je nach gewähltem Modus, mit bis zu 12 Mitspielern auf 7 Karten mehr oder weniger Spaß haben. Die zwei Modi unterteilen sich in klassisches Deathmeatch und Sturmangriff. Während man im Deathmach versuchen sollte eine möglichst hohe Abschussrate zu erzielen und dabei möglichst wenig zu sterben, muss man beim teambasierten Sturmangriff gegnerische Bereiche erobern. Dies funktioniert online via WiFi und “Gameloft-Live!”-Account und Lokal über WiFi oder Bluetooth.
Rein technisch funktioniert es, bis auf das angesprochene Matchmaking, sehr gut. Allerdings sind auch hier einige fragwürdige Entscheidungen getroffen worden. So stirbt man gefühlt nach 2-3 Kugeln, was definitiv zu schnell ist und auf Dauer den Spaß am Spielen doch sehr reduziert.
Grafik, Technik und Co.
Technisch wirkt Silent Ops in vielen Bereichen sehr gut. Insgesamt steril und mit wenigen Effekten, hinterlässt das Gespielte einen sehr runden Eindruck. Keine Texturnachlader, keine Pop-Ins von Gegenständen. Die Beleuchtung macht einiges her, Texturen sind scharf und die Charaktere sind schön modelliert. Nur die Gesichter können in einigen Momenten schon sehr gruselig wirken, auch hätten mehr Effekte dem Spiel sicherlich gut getan und die Animationen scheinen auch eher aus der PlayStation 1 Ära zu stammen. Die Zwischensequenzen scheinen trotzdem, und das ist positiv gemeint, von einem anderen Stern zu stammen. Kein Wunder, sie sind bereits vorgerechnet und werden lediglich eingespielt.
Wer sich hieran aber nicht stört, wird seine hellste Freude dran haben.
Trotz Neustart hakt das Spiel auf einem iPod touch der vierten Generation in manchen Momenten, auf einem iPad 2 tritt dieses Problem nicht auf, Ruckler auf einem nicht mal ein Jahr altem Gerät müssen aber nicht sein.
Sound
Die Musik unterlegt das Spiel an den meisten Stellen recht gut, auch wenn sie nicht wirklich lange im Ohr bleibt und insgesamt ziemlich platt ist. Schlimmer ist hier eher die Sprachausgabe, welche lieblos und uninspiriert ist, hier bin ich von Gameloft Besseres gewohnt. Die Waffen und die Umgebung klingen für einen mobilen Titel aber sehr gut und können den Patzer bei der Sprachausgabe wieder wettmachen.
Fazit
Kurz, sehr lieblos und undurchdacht. So lässt sich Silent Ops leider am besten beschreiben. Zwar erlaubt man sich technisch mittlerweile keine Schnitzer mehr, Effekte und Animationen hinken aber weiterhin hinterher. Auch wäre es angebracht, den technischen Teil um die Geschichte herum zu bauen und nicht umgekehrt. Für einen Preis von 5,49 € für die Universal-App sind 2-3 Stunden Spielzeit aber doch sehr kurz, und da auch der Multiplayer nicht wirklich überzeugen kann, würde ich eher auf eine Preisreduzierung oder das nächste Update, welches hoffentlich den Multiplayer etwas verbessert, warten.


Diskussion / Kommentar schreiben
9leos7
31 Juli 2011 um 19:55Bewerten:
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Also ich finde das Spiel macht Spaß. Außerdem finde ich die Grafik sehr gelungen z.B im Vergleich zum sehr schlechtem Gangstar Nachfolger ist hier grafisch aufgebessert worden (ich weiß, dass Gangstar MV ein Jahr alt ist; )
Zudem ist die Grafik besser als 9mm und andere Spiele!
Das Problem mit den Rucklern ist bei mit nicht…
Lg
Daniel
01 August 2011 um 11:02Bewerten:
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Echt ein super spiel :D
Nur hat es mit meinem Iphone 4 fast 3 stunden zu laden gebraucht liegt das an apples servern oder sollte ich mein iphone wiederherstellen ? Habt ihr das gleiche problem ? Lg. Daniel
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ApfelTech in 100 Sekunden (17. Mai 2013)
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