17 Jahre alt, seit Mai 2011 Autor bei ApfelTech. Neben Technik habe ich auch viel für Musik sowie Sport übrig, bei Interesse dürft ihr mir gerne auf Twitter folgen.
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Review: 9mm für iPhone, iPad und iPod touch
“Ich bin zu alt für diese Scheiße!” – Meint zumindest Hautpfigur John “Loose” Kannon in Gamelofts neuen Action-Shooter 9mm. Aber trifft dies auch auf den Spieler zu? Nun ja, alt sind einige Aspekte in diesem Spiel in der Tat. Doch ob diese auch die komplette Spielerfahrung stören oder aber kaum auffallen, erfahrt ihr in folgendem Test!
Story und Atmosphäre

Der Spieler übernimmt die Rolle des knallharten US-Cops John “Loose” Kannon. Gleich zu Beginn findet ihr mit euren Partnern eine beachtliche Summe Geld. Anstatt diese regelgerecht abzuliefern, wollt ihr aber lieber anderen damit helfen. Kurze Zeit später habt ihr aber bereits die ganze Latino-Drogen-Mafia am Hals und bekommt es mit üblen Mexikanern zu tun. Ob der gute John da wieder heile rauskommt und was sonst noch so passiert, möchte ich an dieser Stelle noch nicht verraten, denn ihr sollt das Spiel schließlich selbst erleben und nicht vorher den Ausgang der Geschichte erfahren, die freilich recht kurz ausgefallen ist. Auf dem normalen Schwierigkeitsgrad dauert die Singleplayer-Kampagne mit ihren 12 Missionen zwischen 4 und 6 Stunden, je nachdem wie ihr euch dabei anstellt.
Gameloft hat es aber geschafft, die dreckige Atmosphäre gut rüberzubringen, was allerdings nicht an der Grafik, sondern an Sprachausgabe und Musikuntermalung liegt. Dazu später mehr.
Gameplay und Steuerung
Wer hier eine offene Spielwelt wie in den GTA-Teilen erwartet, wird wohl leider bitter enttäuscht werden. Im Gegenteil: Das Spiel ist doch recht linear, wenn auch nicht so schlauchig wie First-Person-Shooter N.O.V.A. oder Modern Combat. Ein großes Vorbild bei der Entwicklung dieses Spiels war wohl Third-Person-Shooter Max Payne. Wie der Name des Genres schon verrät, spielt ihr in der dritten Person und solltet keine Angst vor Waffen haben. Die gibt es in 9mm nämlich zu Genüge. Von Schrotflinten über Granatenwerfer bis hin zu Uzis: Hier sollte für jeden Geschmack etwas dabei sein.
Anscheinend hat unser Held aber eine ganze Speditionsfirma hinter sich stehen. Anders kann ich mir nicht erklären, warum man zu Beginn einer Mission gleich mal mehr als 500 (!) Patronen für die Schrotflinte dabei hat. Dies ist für mich ein klarer Minuspunkt, denn so wird das Spiel teilweise viel zu einfach da man einfach drauf losballern kann. Nur das Nachladen bremst hier ein wenig. Die Missionen an sich bauen sich allerdings doch recht gleich auf. Nach dem einleitenden Dialog müsst ihr erstmal die heranstürmenden Gegnermassen vernichten, die sich gar nicht mal so dumm anstellen. Am Ende einer Mission muss dann schon gleich der nächste große Fisch dran glauben, denn der gute John lebt nach dem Motto: “Erst schießen, dann reden!“. Ganz nach dem Vorbild könnt ihr euch auch in 9mm in Zeitlupe zur Seite, nach hinten oder nach vorne werfen. Dies verbraucht natürlich Energie, welche sich aber wieder von selbst auflädt.
Zur Abwechslung schickt euch das Spiel auch mal auf eine Verfolgungsjagd oder ihr werdet in einen Faustkampf verwickelt, welcher natürlich auch mit einem Toten endet. Hierbei gilt es sogenannte Quick-Time-Events zu bezwingen, was bedeutet, dass ihr bestimmte Buttons auf dem Bildschirm schnell genug berühren, ziehen, drehen oder sonstwie streichen müsst, damit die auszuführende Aktion gelingt.
Die Steuerung ist rundum gut gelungen. Mit einem virtuellen Stick in der linken unteren Ecke wird John gesteuert, die Kamera bzw. das Fadenkreuz wird durch wischen auf der rechten Seite des Bildschirms gesteuert. Ebenso auf der rechten Seite sind Schieß- und Stuntbutton angeordnet. In der oberen rechten Ecke befindet sich die Waffenauswahl. Die Waffe kann hier durch einen Wisch gewechselt werden, nachgeladen wird mittels einem Tipp. Leider ist die Kamera ein wenig langsam und lässt sich auch nicht schneller stellen, was sehr oft für Chaos sorgt.
Multiplayer
Ja, 9mm bringt auch einen Multiplayer mit sich. Dieser ist in zwei Modi aufgeteilt: Jeder gegen Jeden sowie Bullen & Gangster. Spielen könnt ihr im lokalen WiFi, über Bluetooth oder online. Für letzteres benötigt ihr einen “Gameloft Live!”-Account, welcher euch nichts kostet und schnell erstellt ist, sofern ihr noch keinen besitzt. Auf vier verschiedenen Karten könnt ihr hier euer Können unter Beweis stellen. Je nachdem wie gut ihr seid, bekommt ihr Erfahrungspunkte, die eure Level-Leiste füllen. Wenn diese voll ist, steigt ihr einen Rang auf und schaltet neue Waffen und Extras frei. Aber Achtung: Eure Werte, Waffen und Extras gelten nicht übergreifend. Lokal habt ihr andere als online! Der Multiplayer ist insgesamt sehr ausgeglichen und die Karten sind durchdacht und langweilen auch nach mehreren Spielen noch nicht.
Grafik, Technik und Co.
Ich hätte nicht geglaubt, dass ich in dieser Kategorie am meisten auszusetzen hätte. Als erstes möchte ich einen Punkt ansprechen, der mich hier besonders stark nervt: Verpixelte Buttons die nicht auf das Retina Display angepasst sind. Bis auf den Text ist der komplette Ladebildschirm in alter Standardauflösung gehalten. Dies gilt ebenso für fast alle Bildschirmanzeigen und andere Buttons im Spiel. Ich kann nicht genau sagen, ob es komplett alte Auflösung oder etwas dazwischen ist, aber das Retina Display kann hier weitaus mehr! Auch die Texturen wirken oft matschig und die Umgebung ist etwas lieblos ausgefallen. Zudem wirken die Animationen teilweise sehr altbacken und hölzern. Die Charaktermodelle sind auch sehr grob gehalten, sodass ein kleines Kind im ersten Moment eher wie ein Zombie anmutet. Auch die versprochene zerstörbare Umgebung hält nicht ganz das was sie verspricht. Zwar lassen sich Kochutensilien und andere kleine Gegenstände vom Platz schießen und minimal zerstören, in Häuserfassaden, Autos und Co. hinterlassen die Waffen aber nur eher billig anmutende Einschusslöcher.
Das Spiel hat aber auch seine schönen Seiten. Diese definieren sich vor allem durch eine hübsche Beleuchtung, welche auf dem iPad 2 noch einmal ein bisschen besser sind. Zudem gibt es keine fiesen Popups und Fadeins, wie wir sie von Gameloft Spielen doch schon recht gewohnt sind. Alles wirkt fest und eine Häuserfront baut sich nicht erst 30 Meter vor dem Spieler auf. Im Hauptmenü lässt sich dazu ein wirklich detailliertes Modell von John betrachten, welches natürlich in Echtzeit berechnet ist und rundum betrachtet werden kann.
Alles in allem hätte ich grafisch aber ein wenig mehr erwartet und verpixelte Buttons auf einem Retina Display gehen nach über ein Jahr nach Veröffentlichung des iPhone 4 meiner Meinung nach nicht mehr in Ordnung. Trotzdem läuft es ohne fiese Ruckler oder sonstige Probleme, getestet wurde dies auf einem iPod touch der vierten Generation sowie einem iPad 2.
Sound
Hier kann 9mm wieder stark punkten! Gerade Hip-Hop Fans sollten hier auf ihre Kosten kommen. In den Häusern der Gangster läuft nicht selten Musik von Freeway & Jake One, Beanie Sigel oder Apathy, nur die Umgebungsgeräusche fallen manchmal etwas schwach aus. Die Waffen klingen akzeptabel und vermitteln ein gutes Stereo-Erlebnis. So merkt der Spieler mit Kopfhörern sehr schnell, von welcher Seite er beschossen wird. Die Sprachausgabe ist gelungen, wenn auch manchmal etwas zu überspielt und die Wortwahl zu oft zu derb. Die Gegner haben allerdings einen sehr begrenzten Wortschatz von ca. vier verschiedenen Kraftausdrücken kombiniert mit Todesdrohungen. Der gute John lässt manchmal auch einen Spruch los, dies allerdings viel zu selten und ebenso mit einem begrenzten Wortschatz. Doch insgesamt trägt die Musik sowie die Sprachausgabe sehr viel zur Atmosphäre bei und haucht den Figuren Leben ein.
Fazit
Wenn es darauf ankommt, punktet 9mm in vielen Bereichen. Zwar hätte ich gerade technisch ein wenig mehr erwartet, aber rundum habe ich lange nicht mehr ein so rundes Spielerlebnis bei einem Spiel von Gameloft erlebt. Auch wenn die Steuerung manchmal recht träge ist, gibt es kaum Frustmomente. Die Story fällt zwar nicht auffallend lang aus, wird aber dafür nicht langweilig. Der Multiplayer verspricht zudem auch abseits des Singleplayers lange Beschäftigung. Für 5,49 € ist dieser Titel voll zu empfehlen, wenn man nicht eine größere grafische Evolution erwartet. Allerdings liegt das Mindestalter von 9mm nicht ohne Grund bei 17 Jahren, was auch bitte beachtet werden sollte! Besitzer eines iPhone 2G, iPhone 3G oder eines iPod touchs der ersten und zweiten Generation müssen allerdings draußen bleiben: Auf diesen Geräten läuft 9mm nicht mehr.


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nitrouz92
14 Juli 2011 um 21:10Bewerten:
6
1
Super Revie: Bitter mehr davon. Ich werde mir das Spiel aber erst im September holen, wenn ich endlich weß, ob ich den neuen iPod touch kaufe oder doch ein iPad nehme,