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  schrieb am 1 September 2010 um 22:25

Was kommt? Apples Special Event zusammengefasst

Wenn man über die Tage verteilt immer mal wieder einen Blick aus dem Fenster warf und eventuell auch ein paar Schritte vor die Tür setzte, sah und spürte man vor allem eines: Regen. Der Sommer ist wohl oder übel vorbei und der Herbst ist in den Wetterbericht zurückgekehrt. Herbst ist Musikzeit in Cupertino, und wie jedes Jahr fand auch heute wieder ein Special Event auf dem Apple Campus statt. Man kennt das: iPods, iTunes und ein one more Thing gehören alljährlich zur Liste der Neuvorstellungen des Mannes in einer abgeranzten Jeans, dem schwarzen Rollkragenpullover und unscheinbaren Turnschuhen: Steve Jobs. Der brachte heute aber nicht nur Kleinigkeiten mit: auf der Tagesordnung stand nämlich ein “kompletter” Redesign der iPod-Serie. Im Folgenden werfe ich einen kurzen Blick auf die neuen Geräte.

iPods

Ob nun der iPod shuffle, die nano-Variante oder die Premium-Ausgabe, der iPod touch: alle Geräte der beliebten iPod-Familie wurden im letzten Jahr auf dem Apple Campus rundum erneuert. Im Falle des iPod shuffles kehrte man zu seinen “Wurzeln” zurück und warf die Innereien in eine bereits bekannte Verpackung: die vierte Generation ähnelt vom Aussehen der zweiten Generation, hat nun wieder, nach der verpatzten dritten Generation, die Tasten am Gerät selber und nicht nur im Kabel der Headphones. Auf ein liebgewonnenes Feature muss man aber trotzdem hier nicht verzichten: VoiceOver und die Genius Wiedergabelisten bleiben weiterhin erhalten. Einzig und allein in einer 2GB-Version erhältlich und ausgestattet mit einem Akku, der 15 Stunden durchhalten soll, kommt der iPod shuffle ab kommende Woche für 49€ in die Geschäfte.

Nur noch aus einem einzigen Touchscreen bestehend: der iPod nano

Nur noch aus einem einzigen Touchscreen bestehend: der neue iPod nano. Ein komplettes Redesign, was schon vor Monaten in zahlreichen Designstudien und iPhone nano-Parodien vorkam, wird nun also Realität: das Mittelklasse-Modell der iPod-Familie schrumpft auf shuffle-Größe, wird mit einem Clip ausgestattet und bringt zusätzlich Lautstärketasten mit sich. Über den Multitouchscreen lassen sich Interpret, Playlisten und vieles mehr auswählen und auch Läufer kommen dank NIKE+ Unterstützung voll auf ihre Kosten. Man möchte den iPod nano offenbar neu ausrichten und den iPod touch auf kurz oder lang die kleineren Geräte mit Clickwheel ersetzen lassen. Meiner Meinung nach von der Größe des Bildschirms her viel zu klein, mit meinen riesigen Pranken werde ich wohl weiterhin auf größere Geräte zurückgreifen müssen, schade! Für 159€ in der kleinen 8GB-Version, bzw. 189€ in der 16GB-Version, jedoch ein ordentliches Gerät für Leute, die keine Lust auf orientierungsloses navigieren mit dem iPod shuffle haben und lieber durch die Playlisten scrollen.

4x mehr Pixel, Retina Display und HD-Video: der iPod touch

Mit 150 Millionen verkauften Einheiten eindeutig der populärste iPod: der iPod touch. Lang ersehnte Features brachte Steve Jobs heute mit und so ist die Featureliste recht lang geworden: die neue Version schließt mit dem iPhone 4 auf und wartet sinnigerweise nun auch mit einem Retina-Display und der 4-fachen Pixelanzahl auf. Gleichzeitig verbaut Apple auch hier den aus iPad und iPhone 4 bekannten A4-Prozessor. Abzuwarten ist, ob auch dieser so schnell getaktet ist wie das iPhone-Herz. Eigentlich schon zu den letzten Events erwartet: eine Kamera. Heute dabei: gleich zwei Kameras. Eine Frontkamera ermöglicht die Kommunikation über FaceTime mit anderen iPhone 4 und iPod touch 4G-Benutzern, Photos und Videos in HD-Qualität werden mit der Kamera auf der Rückseite des Geräts geschossen. Bearbeitet und geschnitten werden die Videos direkt über iMovie, ein Traum! Eine bessere Bewegungssteuerung wird durch das bekannte Gyroskop ermöglicht. Mit 40 Stunden Akkulaufzeit zudem einer der ausdauerndsten iPods der Geschichte. Ausgeliefert wird der iPod touch in den bekannten 8- (229€), 32- (299€) und 64GB (399€) Varianten.

Jetzt total sozial: iTunes 10. Und das iOS.

Die Schnittstelle zu allen mobilen Geräten hat man natürlich ebenfalls nicht vergessen. Mit iTunes 10 schleift Apple leicht der Oberfläche der Applikation für Medienverwaltung, das Gesamtbild ist jetzt irgendwie runder. Eklatanteste Änderung in der 10er Version ist in jedem Fall die Integration des hauseigenen Netzwerks “Ping” mit welchem man dem Nutzer eine Plattform zum Teilen und Empfehlen von Musik für Freunde anbieten will. Gleichzeitig baut das Netzwerk auf Twitter- und MySpace-ähnliche Strukturen auf: man kann Interpreten, die bspw. Updates und Tourphotos veröffentlichen, und seinen eigenen Freunden “folgen” und bekommt Neuigkeiten dann in einer einfachen Timeline angezeigt. Ein weiteres Feature wird aktiven Last.FM-Nutzern ein Begriff sein: über Ping kann man sich als Teilnehmer eines Konzerts eintragen und gleich sehen, wer der Freunde dem Gig der Lieblingsband ebenfalls beiwohnen wird. Man bläst Sturm und attackiert nicht nur Last.FM, sondern auch MySpace. Die Zeichen stehen gut: den gut 160 Millionen iTunes-Benutzern wird mit dem Update die neue soziale Funktion sicherlich schnell ein Begriff sein.

4.1 lautet die Softwarenummer des kommenden iOS-Releases, dessen Features Jobs heute kurz und knapp vorstellte. Neben einigen obligatorischen Bug-Fixes, können mit der iPhone-Kamera ab sofort Bilder mit dem “High Dynamic Range”-Verfahren aufgenommen werden, die eine große Farbtiefe mit sich bringen. Gleichzeitig hält das, bereits vorgestellte, Gamecenter in der kommenden Woche Einzug in die neueste Version des iPhone-Betriebssystem. Viel interessanter war allerdings der kurze Ausblick auf die übernächste Aktualisierung des iOS mit Versionsnummer 4.2, die insbesondere Änderungen für iPad-User mit sich bringt. Über das heimische WiFi-Netzwerk können dann lokale Drucker angesprochen und Musik an andere Geräte gestreamt werden. Das Update soll im November erscheinen.

One More Thing: Apple TV

In den letzten Jahren war der Apple TV mehr ein Hobby, als ein Projekt Apples und wurde öffentlich-wirksam äußerst stiefmütterlich behandelt. Das musste man sich eingestehen, aber irgendwie will man das Gerät dann doch nicht ganz aus der Produktlinie werfen. So hat man in Cupertino das Gerät nicht nur auf ein Viertel der ursprünglichen Größe verkleinert und in den schwarzen Farbtopf geworfen, sondern vor allem eines: ordentlich abgespeckt. Mit dem neuen Apple TV will man neue Wege gehen: nur Streaming, keine verbaute Festplatte und eine einfache Steuerung ohne großen Schnickschnack. Über die neue Benutzeroberfläche, die übrigens über die Apple Remote gesteuert wird, können, wie bereits vom Mac oder dem PC bekannt, aktuelle Filme für weniger als 3€ ausgeliehen werden. Zusätzlich können aktuelle Serien (<1€), sowie Inhalte aus Netflixx, YouTube (HD), Flickr und MobileMe über den Apple TV abgerufen werden. Wer bereits im Besitz eines Macs oder eines iPads ist, kann ebenfalls von diesem Gerät bequem seine Medien direkt auf “das kleine Schwarze” streamen. Für 119€ eine elegante Investition, die sich lohnt und endlich benutzbar ist. Über Apples Preispolitik (US-Preis: 99$) sollte man sich bei diesem Produkt allerdings besser keine Sorgen machen.



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