Marco, 18 Jahre alt, etwas älterer Apfeltech-Hase und absoluter Technik-Freak. Wenn man mich mal nicht in Verbindung mit IT-affinem Zeug sieht, spiele ich Fußball, lese ich oder schaue Filme auf Blu-ray an.
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Apples Produkt-Politik (Teil 1/3)
Apple hat sich seit 2000 als erfolgreichster Aufsteiger in der Computerbranche bewiesen. Mit dem iPod gelang der kalifornischen Firma der Durchbruch zum sogenannten Consumer Market. Warum aber hat Apple keine Kunden, sondern Fans? Wie schafft man Produkte, die eigentlich kaum neue Features haben, aber trotzdem erfolgreich und oftmals wesentlich teurer als vergleichbare Konkurrenzprodukte sind?
Teil 1: Design und Einfachheit
Viele iPod-User werden anfänglich vermisst haben, das Dateisystem selbst zu verwalten, sprich, über Explorer oder Finder Ordner anzulegen und dort MP3-Dateien für unterwegs zu speichern. Das ist zumindest, was Standard bei MP3-Playern um die Jahrtausendwende war. Und dann kam Apple. Für iPods selbstverständlich war, anders als die Konkurrenz zu sein. Klingt ganz nach einem typischen Businessmeeting – “wir müssen uns von den anderen abheben”, “wir müssen ungewöhnlich sein”. Das übliche Gelaber nahm Apple allerdings ernst und hat eifrig sämtliche vorhandenen Standards umgekrempelt.
Mit iTunes bot Apple erstmals die Möglichkeit, vollautomatisch Musikdateien zu verwalten und mit iPods zu synchronisieren. Das war auf den wichtigsten Plattformen, Windows und Mac, möglich (Linux war unrelevant, da zu wenig Marktanteil, und Mac OS X musste selbstverständlich mit ins Boot). Eingefleischte Windows-User waren größtenteils empört und verstanden nicht, warum die Firma ihren Kunden den Zugriff auf das Dateisystem vorenthielt.
Hier hat Apple eine Sache richtig gemacht – und eine andere einfach nur gut dargestellt: Die größte Konkurrenz, Microsoft, wurde offensiv behandelt. Für bisherige Standards – also das Betriebssystem Windows – wurde Kompatibilität angeboten, um diesen Markt zu gewinnen. Die andere Sache, der Zugriff auf das Dateisystem, hat Steve Jobs elegant an die Kunden verkauft: Warum nicht gleich automatisch synchronisieren? Warum nicht gleich eine Komplettlösung bieten, die simpel ist und als Audioportal fungiert? Sicherlich hatte Windows Media Player ähnliche Features, aber die Synchronisation von iTunes und iPod war einfach reibungsloser.
Nächste Sache. Wer braucht MP3-Player mit wechselnden Hintergrundfarben? Weder 2001 noch heute wirklich beeindruckend, winkte Apple dankend ab und stellte ein unauffälliges Gerät, den iPod, mit wenig spektakulären Kopfhörern her, die später zum Kult werden sollten.
Ähnlich war es mit Macs. Die Rechenleistung von vielen Macintosh-Computern ist heute immer noch im oberen Drittel des Möglichen, dennoch nutzte man nie den maximalen Spielraum aus. Prozessoren wurden nur dann verwendet, wenn diese Stabilität vorwiesen und auch nach langen Tests einwandfrei ins Ökosystem der Computer passten. Der Preis war dennoch hoch. Aber man zahlte nicht für die Komponenten oder für Managerboni.
Man zahlte dafür, einen einwandfrei funktionierenden Computer zu bekommen. Das Design spielte hier auch eine große Rolle. Minimalistisch gestaltet sind Macs heute noch zeitlos. Man lehnte sich an Erfolgsprodukte der oberen Klasse aus der Vergangenheit an. Beispielsweise hat sich Jonathan Ive, der Senior Vice President of Industrial Design bei Apple (also der Produktdesigner), an deutschem Design der 1960er Jahre orientiert. Der iPod entspringt dem Pocket Radio T3 von Braun, der iMac einem Lautsprecher – ebenfalls von Braun.
Das Design, was sich damals bewährt hat, ist heute noch erfolgreich. Dies wurde uns deutlich bewiesen. An Standards anknüpfen funktioniert tatsächlich – und diese Standards müssen nicht immer aktuell sein. Vorauszudenken und gleichzeitig über Erfolge der Vergangenheit zu reflektieren – dazu gehören Intelligenz und Wissen.
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